Aktuelles: Argula von Grumbach

„Argula von Grumbach – Rebellin, Rechtschaffene und Reformatorin“ - Vortrag von Pfarrerin Eva Forssman am 24.10.2018 um 19 Uhr im Kapitelsaal.
Nicht nur Männer wie Luther oder Melanchthon waren bedeutsam für die Reformation. Auch Frauen spielten für die kirchliche Erneuerungsbewegung eine wichtige Rolle. Zum Beispiel Argula von Grumbach, die 1492 geboren wurde. Die Tochter des Reichsfreiherrn Bernhardin von Stauff  war eine Verfechterin der lutherischen Lehre in Bayern.
Als in Ingolstadt der 18-jährige Lutherschüler Arsacius Seehofer zum Widerruf gezwungen und ins Kloster Ettal verbannt wurde, reiste sie zum Nürnberger Reformator Osiander, um mit ihm zu beraten, was zu tun sei. Osiander war über Argulas Bibelkenntnis erstaunt. Nun trat sie mit einigen Sendschreiben an den bayerischen Herzog Wilhelm und an die Ingolstädter Universität heran, die großes Aufsehen erregten. Besonders bemerkenswert sind ihre beiden Schriften von 1523. Von „Wie eyn Christliche fraw …“ waren in zwei Monaten nach der Abfassung bereits 14 Ausgaben erschienen. Ihre Schriften verbreiten sich weit über Bayern hinaus und erreichten etwa 30.000 Leser.
Für ihren Einsatz hat sie persönliche Nachteile in Kauf genommen. Ihr Ehemann verlor seine Anstellung,  weil sie sich zum lutherischen Glauben bekannte. Die Ablehnung ihrer Verwandtschaft ertrug sie ebenso wie die Not, die ihr Engagement für die Reformation mit sich brachte.